Die Bindung zwischen einer Mama und ihrem Baby wird in allerhand Fachliteratur thematisiert und bei vielem, was Mamis tun oder unterlassen, wird oft mahnend der pädagogische Zeigefinger gehoben und darauf hingewiesen, dass dies oder jenes der Bindung zwischen Mama und Baby schade.

Mmmh, okay. Dann fangen wir mal ganz vorne an.

Ich hatte eine Notkaiserschnittgeburt. Mein Babylein konnte mir aufgrund der OP-Situation nicht unmittelbar nach der Entbindung auf die Brust gelegt werden. Das allseits bejubelte erste „Bonding“, also die Entstehung der ersten Bindungserfahrung für das Babylein, fiel weg.

Und auch nach der OP bekam ich von den Ärzten erst einmal ein wenig Ruhe aufgebrummt. Und so doll mein Mutterherz auch in diesem Moment weh tat, so sehr tröstete mich der Gedanke, dass Papa und Babylein dafür ein umso intensiveres Kennenlernen hatten. Papa war seine allererste Person, bei der er nach der turbulenten Geburt wusste: „Hier geht es mir gut. Hier bin ich sicher. Hier ist es schön!“.

Danach, sagen wir mal so für die kommenden 13 – 14 Monate war ich, „La Mamma“, seine unangefochtene Nummer 1. Das Babylein schreit? Mama kommt. Das Babylein hat Hunger? Mama ist da. Das Babylein lacht? Tja, weil Mama halt so ein lustiger Clown ist. Das Babylein will getröstet werden? Exakt. Maaaaamaaaaaaa! Das Thema „Bindung“ habe ich in all der Zeit also nie auch nur eine Sekunde in Frage gestellt.

Doch dann kam der Tag, an dem das Kindlein beschloss: „Mama hat bis auf Weiteres ausgedient. Papa ist nun mein Superheld!“. Denn sieh mal einer  an: „Essen heran karren, quatsch machen, trösten – das kann der Papa fast noch besser als die Mama. Und schimpfen tut Papa auch viel weniger als Mama. Die ist nämlich ziemlich oft als olle Spaßbremse unterwegs!“. So oder so ähnlich stelle ich mir den Gedankengang in seinem kleinen Köpfchen vor.

Und jetzt ist Papa der Mann für alle Fälle. Und auch wenn ich mir manchmal still und heimlich ins Fäustchen lache und denke: „Da siehste mal, wie das so ist!“… überwiegen nun tatsächlich die Momente, in denen ich nostalgisch an mein kleines Babylein von „damals“ zurück denke und fast ein wenig traurig werde, dass ich derzeit nur noch „zweite Wahl“ bin ;)

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Aber wenn ich die beiden dann aus dem Hintergrund beobachte, geht mir einfach nur das Mutterherz auf. Das Kindlein ist nun ein Papakind. Das ist neu für mich. Aber es macht doch Sinn! Schließlich sind wir Mama-Papa-Kind. Es ist toll, dass er die Wahl hat und diese zweifellos auch fürs Erste getroffen hat: P-A-P-A. Das Babylein ist nun ein Kindlein mit seinem eigenen, kleinen Dickschädel. Kommste ihm quer, nimmt er eben Tor Nr. 2! ;) Aber vor allem schaut er voller Liebe und Bewunderung zu seinem Papa auf. Und das ist einfach nur wunderschön.

Was bei aller Umstellung für mich ganz beim alten bleibt, ist das Gefühl, dass in mir aufkommt, wenn sich das Kindlein in zweisamen Momenten an meine Brust kuschelt, zuckersüß „Maaamaaaa“ sagt und mich dabei umarmt. Das Gefühl, dass wir eins sind. Das nennt man in der Fachsprache dann wohl Mutter-Kind-Bindung. Oder auch einfach nur: Bedingungslose Liebe.

Und passend zum Thema möchte ich noch dieses unfassbar schöne Video mit euch teilen <3

 

Adeuzinho.
Die Mara